EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Mendig von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten Bahnstation Mendig Bahnstation Mendig

Bau und Streckeneröffnung

Das erste 14,58 Kilometer lange Teilstück der „Eifelquerbahn“ zwischen Andernach und Niedermendig (heute Mendig) wurde von der Rheinische Eisenbahn-Gesellschaft (RhE) am 1. April 1878 in Betrieb genommen. Die Gesamtstrecke wurde am 15. Mai 1895 eröffnet.

Das Empfangsgebäude Mendig

Der dreistöckige Tuffquaderbau wurde nach Plänen des Architekten Gustav Päffgen mit Eröffnung der Teilstrecke nach Niedermendig 1878 in Betrieb genommen. Der Grundriss gleicht dem des Stationsgebäudes in Kruft. Der giebelständige Mittelbau mit Satteldach besaß an beiden Gebäudeseiten zweistöckige, traufenständige Anbauten mit Walmdächern und Dachgauben. Alle rechteckigen Fenster und Türen waren in Tuffsteinrahmen gefasst. Deren Oberlichter im Obergeschoss mit runden, bleiverglasten Fenstern mit verschiedenen Wappen versehen wurden. Die Stockwerke waren durch umlaufende Gesimse gegliedert, die Gebäudekanten besaßen Eckquader. Das Stationsgebäude war an den höhergelegten Bahndamm angebaut worden, sodass eine zweiläufige Podesttreppe in die auf Gleisniveau liegende Schalterhalle führte, von der die Wartesäle, ein Bahnhofsrestaurant sowie Fahrkarten- und Gepäckschalter erreichbar waren. Das Gebäude im Stil der „preußischen Burgenromantik“ wurde am westlichen Anbau durch eine Brustwehr mit Zinnen noch verstärkt. Das Stationsgebäude war untypisch für die Bahnbauten der RhE, die zum 14. Februar 1880 verstaatlicht wurde. An ihr war zu diesem Zeitpunkt der „Preußische Staat“ mit 42% beteiligt. Der Hausbahnsteig war mit einer hölzernen, mit Teerpappe gedeckten Überdachung versehen, die von einer Holzkonstruktion getragen wurde. Am östlichen Bahnsteigende gab es ein traufenständiges, hölzernes Häuschen, das auf Mauerwerk errichtet wurde und nur vom Bahnsteig zugänglich war. Der Bahnhof besaß noch einen Mittelbahnsteig, der über eine Holzabdeckung der Gleise zu erreichen war.. Ein Güterschuppen mit Seiten- und Kopframpe befand sich gegenüber dem Empfangsgebäude in Richtung Stellwerk. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse III.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

Das Empfangsgebäude verkaufte die Deutsche Bahn AG (DBAG) an eine Privatperson und baute die Gleisanlage auf das Nötigste zurück. Da die Strecke ab Mendig nur noch eingleisig weitergeführt wurde, blieb das Stellwerk im westlichen Bahnhofskopf in Betrieb.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Das Empfangsgebäude wurde saniert. Im Gebäude entstanden Büros und Mietwohnungen. Das Stationsgebäude ist in einem guten Zustand und steht unter Denkmalschutz.
Die Eisenbahn “kam” am 1. April 1878 nach Mendig. Also 43 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Mendig hatte zu diesem Zeitpunkt ca. 3.800 Einwohner (Ende 2019 waren es 8.928 Einwohner).
Bilder Niedermendig
Luftaufnahme
Planung und Konzession PANORAMA Eifelquerbahn Andernach Gerolstein