EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Melbeck-Embsen von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2020 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten

Bau und Streckeneröffnung

Am 11. Juni 1913 eröffnete die 57 Kilometer lange Eisenbahnstrecke von Lüneburg Süd nach Soltau (Han) Süd der Kleinbahn Lüneburg-Soltau den Betrieb. Der Bahnhof lag im Ortsteil Melbeck-Bahnhof, der ca. 1,5 Kilometer von Ortskern entfernt liegt. Schon bald nach Eröffnung siedelten sich Betriebe im Bahnhofsumfeld an.

Das Empfangsgebäude Melbeck-Embsen

Das Empfangsgebäude war ein Backsteinbau mit kleinem Warteraum, in dem auch die Fahrkartenausgabe und der Gepäckschalter befanden. Der Güterschuppen hatte keine Kopframpe. Der Bahnhof erhielt am 14. Dezember 1927 die Bezeichnung Melbeck-Embsen.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

Zwischen 1937 und 1939 baute die damalige „IG-Farben“ ein Werk zur Herstellung von hoch konzentrierter Salpetersäure für die Rüstung. Dadurch bedingt stieg der Güterverkehr rasant an. Später erhielt das Werk eine eigene Anschlussbahn, der immer wieder erweitert werden musste. Für die vielen Pendler, die im Werk arbeiteten, musste auch der Bahnhof entsprechend erweitert werden. Im Zweiten Weltkrieg erhielt die Werksbahn einen Bunker, der als Lokschuppen genutzt wurde. Im März 1946 wurde das Salpeterwerk von der „Norddeutsche Chemische Werke GmbH“ Hannover übernommen, die im Werk Düngemittel produziert. 1956 erhielt der Bahnhof auf der Südseite eine Rüben-Verladeanlage. 1960 wurde ein Gleisanschluss zur Landwirtschaftsgenossenschaft verlegt.

Das zweite Empfangsgebäude

1962 wurde ein neues, zweistöckiges Empfangsgebäude aus rotem Klinker mit flachem Satteldach errichtet. Als Anbau baute man später einen Güterschuppen aus Klinker mit einer Rampe. An der Giebelseite verfügte der Güterschuppen über eine großflächige Verglasung. Auf dem Hausbahnsteig entstand ein Stellwerksraum. Für den Personenverkehr wurde ein befestigter Mittelbahnsteig errichtet. Auf der Gleisseite befand sich eine Neonbeleuchtung mit dem Bahnhofsnamen.

Weitere Streckeneröffnungen und Ausbauten

1956 ist die Rübenverladeanlage entstanden. Am 1. Oktober 1960 erhielten die Kartoffellagerhallen einen Gleisanschluss. Am 2. August 1963 ging das Gleisbildstellwerk in Betrieb. 1968 wurde die Gleisanlage verdoppelt, deren Gesamtlänge 4.000 Meter betrugen. Am 21. Mai 1975 wurde der Personenverkehr eingestellt. 1992 wurde das Chemiewerk geschlossen. Dadurch ging der Güterverkehr schlagartig zurück. Im Jahr 2000 wurde das Stellwerk aus dem Betrieb genommen.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Heute befindet sich ein Restaurant im Empfangsgebäude. Der Bahnhof dient nur noch im Bedarfsfall zum Abstellen von Güterzügen.
Luftaufnahme
Bilder Melbeck-Embsen
Die Eisenbahn “kam” am 11. Juni 1913 nach Melbeck. Also 78 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Melbeck hatte zu diesem Zeitpunkt sehr wenig Einwohner (Ende 2019 waren es 3.323 Einwohner).
PANORAMA Bahnstation Melbeck-Embsen Bahnstation Melbeck-Embsen Lüneburg West - Melbeck-Embsen  Melbeck-Embsen - Lüneburg West Planung und Konzession
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