EINE DOKUMENTATION
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Bau und Streckeneröffnung Die „Obere Ruhrtalbahn“ wurde von der Bergisch-Märkischen Eisenbahn-Gesellschaft (BME) in vier Abschnitten gebaut. Der 65,88 km lange letzte Streckenabschnitt von Bestwig nach Warburg ging am 6. Januar 1873 in Betrieb. Marsberg war damals ein Bergbauzentrum für Buntmetalle. Das Empfangsgebäude Marsberg Am 10. Februar 1873 wurde das Stationsgebäude Nieder- Marsberg eröffnet. Der zweistöckige Mittelbau mit beidseitigem Giebelrisalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt), hatte westlich einen zweistöckigen, traufenständigen Anbau. Der einstöckige Ostflügel war ein traufenständiger Gebäudeteil mit T-förmigen Grundriss. In ihm befand sich die Bahnhofsgaststätte. Das verputzte Stationsgebäude im Rundbogenstil hatte Satteldächer, die durch Kranzgesimse mit Klinker abgesetzt waren. Die Gebäudekanten waren mit Klinker verblendet. Der Bahnhof verfügte über einen Mittel- und einen Hausbahnsteig, der im Bereich des östlichen Gebäudeteils überdacht war. Ein separater Güterschuppen mit Kopf- und Seitenrampe befand sich im östlichen Bahnhofsteil. Dort gab es auch die Ladestraße mit Freiladegleis sowie einer Verladerampe. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse III. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Später wurde die Strecke abschnittsweise zweigleisig ausgebaut. 1872 wurde die „Stadtberger Gewerkschaft“, der alle Kupfergruben der Gegend gehörten, in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Sie verfügte über einen Gleisanschluss zum Bahnhof. 1897 waren die Kupfervorkommen erschöpft und die Gruben mussten die Förderung einstellen. Bis 1880 hieß der Bahnhof Nieder-Marsberg. Ab 1897 wurde er in Marsberg umbenannt. In den 1960er-Jahren hatte der Bahnhof acht parallele sowie diverse Abstell- und Stumpfgleise. Ein Stellwerksgebäude befand sich im östlichen Bahnhofskopf. Ein Dienstraum mit Stellwerk für den Fahrdienstleiter war im Empfangsgebäude untergebracht. Die zweigleisige Strecke von Warburg kommend wurde in Marsberg in Richtung Bestwig eingleisig weitergeführt. Am 17. Juli 1984 begann die Umstellung auf den eingleisigen Betrieb. Heute gibt es nur noch zwei Gleise mit einem sehr schmalen Inselbahnsteig. Im Bahnhof gab es zwei Stellwerke, die 1986 abgerissen wurden. Die Bahnhofsanlage wurde von der Deutschen Bahn AG saniert. Dabei wurde die Gleisanlage auf das Notwendige zurückgebaut. Es gibt heute nur noch zwei Gleise mit einem sehr schmalen Inselbahnsteig. Was hat sich verändert, was ist geblieben Im östlichen Gebäudeteil befindet sich heute eine karitative Einrichtung. Die Schalterhalle ist wochentags geöffnet. Hier können die Reisenden am Schalter eines Reisebüros Fahrkarten kaufen und Reisen buchen. Das Empfangsgebäude wurde vorbildlich saniert und ist fast in seinem Urzustand erhalten geblieben.
Planung und Konzession
Bilder Marsberg
Bahnhof um 1928
Luftaufnahme
Die Eisenbahn “kam” am 10. Februar 1873 nach Marsberg. Also 38 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Marsberg hatte zu diesem Zeitpunkt 3.000 Einwohner (Ende 2019 waren es 19.540 Einwohner).
Bahnhof um 1928 Ansicht der Bahnstation Marsberg von der Straßenseite aus gesehen Aachen - Kassel Aachen Hbf Kassel Hbf Bahnstation Marsberg Bahnstation Marsberg 252,0