EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Münster-Hiltrup von der Gleisseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2021 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten Bahnstation Münster-Hiltrup Bahnstation Münster-Hiltrup

Bau und Streckeneröffnung

Die feierliche Eröffnung des Personenverkehrs der 35,57 Kilometer langen Strecke zwischen Hamm (Westf) und Münster (Westf) durch die Münster-Hammer Eisenbahn- Gesellschaft (MHE) fand am 26. Mai 1848 statt. Der Güterverkehr folgte am 8. Juli 1848. Die Haltestelle Hiltrup Am 28. Mai 1848 wurde die Haltestelle Diecke Wief („Dickes Weib“) am Rande der Hohen Ward (vor dem heutigen Dortmund-Ems Kanal) eröffnet. Die Betriebsstelle wurde aufgrund der umliegenden Sandgruben eingerichtet, da die Bahn mit höheren Frachteinnahmen rechnete. Aufgrund der sehr ungünstigen Lage wurde auf Drängen des Reichskonsuls a. D. Schenking die Haltestelle zum 1. August 1868 an den heutigen Bahnhofsstandort verlegt. Er stellte dafür Geld und ein Grundstück zur Verfügung.

Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen

1855 wurde die Bahnstation in Hiltrup umbenannt. Im Oktober 1879 errichtete Preußen einen separaten Güterbahnhof für den Stückgutverkehr.

Das Empfangsgebäude Münster-Hiltrup

Das im Heimatstil errichtete neue Stationsgebäude entstand 1907. Es war ein mehrgliedriges Gebäude in Seitenlage. Der nördliche, zweistöckige und verputzte Gebäudeflügel hatte ein leicht auskragenden (Vorspringen oder Hinausragen eines Bauteils über die Bauflucht) giebelständigen Gebäudeteil mit Krüppelwalmdach und sichtbarem Fachwerk im Dachgeschoss. Daran schloss ein traufenständiger Gebäudeteil mit Walmdach an. Ein einstöckiger verputzter Anbau mit Krüppelwalmdach und Dachgauben schloss sich im Süden an. Eine Bruchsteinverkleidung über dem Fundament und teilweise an den Außenwänden im Erdgeschoss gab dem Gebäude eine zusätzliche rustikale Note. Im gesamten Erdgeschoss wurden große Segment-Bogenfenster mit Werksteinrahmen und dekorativer Verzahnung verbaut. Im Obergeschoss waren Rechteckfenster mit Werksteinrahmen eingesetzt worden. Im nördlichen Gebäudeflügel gab es eine Wartehalle mit Fahrkartenschalter. Für den Güterverkehr war der Bahnhof nur eingeschränkt nutzbar, da er keine Kopframpe (OK) besaß. Er gehörte 1938 zur Rangklasse III.

Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen

1903 erhielt das Glasurit-Werk und später das Rockwool-Werk einen eigenen Gleisanschluss. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Gleisanschluss der Glasoritwerke nicht mehr benötigt und stillgelegt. Daraufhin stellte die Deutsche Bundesbahn (DB) den Betrieb im Güterbahnhof ein. 1968 erhielt der Bahnhof einen neuen Stellwerksbau mit Fahrkartenschalter. 1982 begannen die Bauarbeiten an einer Straßenbrücke, die über den Streckengleisen verlief, um den beschrankten Bahnübergang im Bahnhof zu ersetzten. Die Stadt Münster (Westf) kaufte das Empfangsgebäude. In den 1990er-Jahren beschädigte ein Brand das Stationsgebäude schwer. Die Reparatur wurde auf das Notwendige beschränkt. Durch eine Brandstiftung 1994 wurde die Güterhalle schwer beschädigt und im Jahr 2000 abgerissen. 2004 benannte die Deutsche Bahn AG (DBAG) den Bahnhof in Münster-Hiltrup um. 2008 wurde der Fahrkartenschalter im Stellwerk durch einen Kiosk genutzt. Am 14. Februar 2011 verkaufte die Stadt das Stationsgebäude an einen Investor. 2012 schloss der Kiosk im Stellwerk. 2014 begannen Umbauarbeiten am Bahnhofsgebäude, die am 10. Juli abgeschlossen werden konnten. Am 23. August eröffnete im Gebäude ein Kulturbahnhof. 2016 endeten die Modernisierungsarbeiten am Haus- und Mittelbahnsteig. Die Gleisanlage wurde auf das Notwendige zurückgebaut.

Was hat sich verändert, was ist geblieben

Das Empfangsgebäude steht unter Denkmalschutz und ist in einem sehr guten Zustand. Es wird als Kulturbahnhof genutzt.
Bahnhof von 1907
Luftaufnahme
Bilder Hiltrup
Bahnhof von 1907 PANORAMA Hamm - Emden Hamm (Westf) Hbf Emden Hbf Planung und Konzession