EINE DOKUMENTATION
© Copyright 2000 - 2018 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten
Mücke (Hessen)
Planung und Konzession Die Main-Weser-Bahn mit der Bebraer Bahn zu verbinden wurde schon in den 1860er Jahren in Erwägung gezogen. Der Landtag in Darmstadt diskutierte 1863 die entsprechenden Pläne. Die Zweite Kammer des „Großherzogtums Hessen“ beschloss 1868 den Bau der „Oberhessischen Eisenbahn“ (heute „Vogelsbergbahn“) von Gießen über Alsfeld nach Fulda mit der hessischen Konzession vom 4. April 1868 (Hessisches Regierungsblatt Jahrgang 1868 Nr. 22 Seite 602). Wegen der Durchführung der Strecke durch preußisches Gebiet wurde ein Vertrag zwischen Preußen und Hessen am 12. Juni 1868 geschlossen (preußische Gesetzsammlung Jahrgang 1868 Nr. 55 Seite 765 und Hessisches Regierungsblatt Jahrgang 1868 Nr. 50 Seite 985). Die Konzession zum Bau und Betrieb erhielt die „Oberhessische Eisenbahn-Gesellschaft“. Diese wurde 1876 verstaatlicht und als „Großherzoglich Hessische Staatseisenbahnen“ weiter betrieben. Am 15. November 1890 wurde die Konzession zum Bau und Betrieb einer Strecke von Laubach (Oberhessen) nach Mücke an die Hessische Staatseisenbahn vergeben (Hessisches Regierungsblatt Jahrgang 1890 Nr. 47 Seite 319). Die Strecke sollte den Bahnhof Mücke mit Friedberg (Hessen) verbinden. Bau und Eröffnung Die Vogelsbergbahn wurde in fünf Teilstrecken gebaut, deren Kunstbauten schon für einen zweigleisigen Betrieb vorbereitet wurden. Die Strecke blieb aber immer eingleisig. Die Eröffnung der zweiten Teilstrecke von Grünberg (Oberhessen) über Mücke (Hessen) nach Alsfeld (Oberhessen) erfolgte am 29. Juli 1870. Die Gesamtstrecke ist am 31. Juli 1871 in Betrieb genommen worden. Das Bahngebäude von Mücke wurde im gleichen Jahr eröffnet. Das Stationsgebäude war ein standardisierter, zweigeschossiger Putzbau des Klassizismus mit Satteldach. Am 1. Oktober 1903 eröffnete die 13,09 km lange Anschlussstrecke von Laubach (Oberhessen) nach Mücke. Zuvor wurden die Gleisanlagen und das Empfangsgebäude erweitert. Eine eiserne Fußgängerbrücke führte über den Bahnhof in den Ort. Am südlichen Giebel des Empfangsgebäudes entstand ein einstöckiger Anbau. Am nördlichen Giebel fügte man einen Fachwerkgüterschuppen hinzu. 1905 erhielt der Bahnhof zwei Stellwerksgebäude. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in der Gemeinde Nieder-Ohmen eine Brauneisensteinlagerstätte erschlossen. Das Erz wurde von dort mit Lkws nach Mücke transportiert und über eine Laderampe in Eisenbahnwaggons verladen. Die Ganzzüge fuhren über Grünberg auf der Lumdatalbahn nach Lollar, wo das Erz verhüttet wurde. Was hat sich verändert, was ist geblieben Die Rampe zum Verladen des Erzes ist noch erhalten geblieben. Der einstöckige Anbau des Empfangsgebäudes sowie die zwei Stellwerksgebäude wurden entfernt. Die Strecke nach Hungen wurde 1960 stillgelegt. 1974 baute die Bundesbahn ein Stellwerksanbau auf dem Hausbahnsteig. 2007 erneuerte die Deutsche Bahn AG die Gleisanlage, die Bahnsteige und die Fußgängerbrücke.
Z Bahnhof iel
Bilder Mücke
Bahnhof um 1950
Luftaufnahme
Bahnhof um 1950
Die Eisenbahn “kam” am 29. Juli 1870 nach Mücke. Also 35 Jahre nach der Eröffnung der ersten Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth 1835. Mücke hatte zu diesem Zeitpunkt sehr wenig Einwohner (Ende 2016 waren es 9.319 Einwohner).  
Vogelsbergbahn
PANORAMA
nach oben  > nach oben  >